Eine traditionsreiche Teeregion, besondere Anbaumethoden und ein Geschmack, der mehr erzählt als die Farbe des Pulvers.
Matcha ist heute weit über Japan hinaus bekannt. Man begegnet ihm in Cafés, als Matcha Latte, in Desserts und zunehmend auch als Bestandteil eines persönlichen Teerituals.
Doch hinter dem Begriff Matcha stehen unterschiedliche Herkunftsregionen, Anbaumethoden und Geschmacksprofile. Wer sich näher mit japanischem Grüntee beschäftigt, stösst früher oder später auf einen Namen: Uji, Kyoto.
Warum hat gerade diese Region einen so besonderen Ruf? Und was bedeutet ihre Herkunft für den Matcha, den wir heute in der Schale geniessen?
Uji – eine Teeregion mit über 800 Jahren Geschichte
Uji liegt südlich von Kyoto, der ehemaligen kaiserlichen Hauptstadt Japans. Die Geschichte des Teeanbaus in dieser Region reicht bis in das frühe 13. Jahrhundert zurück.
Über Generationen entwickelten die Teebauern besondere Methoden des Anbaus und der Verarbeitung. Bereits im 15. Jahrhundert hatte Tee aus Uji einen herausragenden Ruf erlangt.
Mit der Entwicklung der japanischen Teekultur gewann Uji weiter an Bedeutung. Matcha wurde eng mit Chanoyu, der japanischen Teezeremonie, verbunden – einer Tradition, in der nicht nur der Tee selbst, sondern auch seine Zubereitung und das bewusste Erleben des Augenblicks eine Rolle spielen.
Diese Geschichte erklärt einen wichtigen Teil der heutigen Bedeutung von Uji: Die Region steht nicht einfach für einen geografischen Namen, sondern für eine über Jahrhunderte entwickelte Teekultur.
Was bedeutet die Herkunftsbezeichnung Uji?
Ein interessantes Detail: Uji bezeichnet sowohl eine Stadt als auch eine historische Teeregion.
Nach der Definition der Teewirtschaft in Kyoto kann die Bezeichnung Uji-Tee unter bestimmten Voraussetzungen auch Tee umfassen, dessen Blätter aus benachbarten Präfekturen stammen und der in Kyoto fertig verarbeitet wird.
Deshalb lohnt es sich, beim Kauf nicht nur auf einen bekannten Namen zu achten, sondern auch auf die konkrete Herkunftsangabe und die Informationen zur Verarbeitung.
Gerade bei Matcha sind diese Angaben wertvoll. Sie helfen, Unterschiede zwischen Produkten besser einzuordnen und bewusster auszuwählen.
Die Beschattung – eine Besonderheit der Matcha-Herstellung
Eine der wichtigsten Grundlagen für traditionellen Matcha ist der Anbau im Schatten.
In der Region Uji entwickelte sich die als Oishita bekannte Methode, bei der die Teepflanzen vor der Ernte teilweise oder weitgehend vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.
Traditionell kamen dafür Konstruktionen aus Bambus, Schilf und Stroh zum Einsatz. Heute werden auch moderne Beschattungsmaterialien verwendet.
Die reduzierte Lichteinwirkung beeinflusst die Entwicklung der Teeblätter. Sie wirkt sich unter anderem auf die Balance von Aminosäuren und Catechinen aus – Inhaltsstoffe, die den Geschmack des Tees mitprägen.
Für den Genuss ist vor allem eines interessant: Die Beschattung kann einen weicheren, stärker von Umami geprägten Charakter begünstigen.
Umami beschreibt eine vollmundige, herzhafte Geschmacksdimension, die neben Süsse, Säure, Bitterkeit und Salzigkeit wahrgenommen wird.
Bei einem ausgewogenen Matcha kann sich dieses Umami mit sanften pflanzlichen Noten, einer feinen Süsse und zurückhaltender Bitterkeit verbinden.
Von Tencha zu Matcha – warum die Verarbeitung entscheidend ist
Nicht jeder pulverisierte Grüntee ist automatisch traditioneller Matcha.
Die Grundlage bildet Tencha: Tee aus beschatteten Blättern, die nach der Ernte gedämpft und anschliessend getrocknet werden, ohne sie wie bei Sencha zu rollen.
Bei der weiteren Verarbeitung werden gröbere Bestandteile wie Stängel und Blattadern entfernt. Der aufbereitete Tencha wird anschliessend zu feinem Pulver vermahlen.
Traditionell geschieht dies mit Steinmühlen. Heute kommen je nach Hersteller auch andere Mahlverfahren zum Einsatz.
Gerade diese Kombination aus Beschattung, Tencha-Herstellung und feiner Vermahlung unterscheidet Matcha von gewöhnlichem gemahlenem Grüntee.
Auch für den Geschmack ist der gesamte Herstellungsprozess entscheidend. Herkunft allein garantiert noch keinen bestimmten Charakter: Blattmaterial, Anbau, Verarbeitung und Frische wirken zusammen.
Wie schmeckt Matcha aus Uji?
Uji Matcha wird häufig mit einem ausgewogenen, weichen und umamireichen Geschmacksprofil in Verbindung gebracht.
Doch nicht jeder Matcha aus der Region schmeckt gleich. Verschiedene Teepflanzen, Erntezeitpunkte und Verarbeitungsschritte können deutliche Unterschiede hervorbringen.
Bei der Auswahl lohnt es sich deshalb, auf mehrere Merkmale zu achten:
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Aroma: frisch, pflanzlich und ohne unangenehm dumpfe Noten.
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Geschmack: eine harmonische Verbindung von Umami, feiner Süsse und Bitterkeit.
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Textur: angenehm fein und weich beim Trinken.
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Abgang: ausgewogen und ohne übermässig herbe Dominanz.
Die leuchtend grüne Farbe kann ein interessantes Qualitätsmerkmal sein. Sie sollte aber nie das einzige Kriterium sein.
Entscheidend ist letztlich, wie der Matcha tatsächlich schmeckt – besonders dann, wenn er nur mit Wasser zubereitet wird.
Was bedeutet «Ceremonial Grade»?
Auf vielen Matcha-Verpackungen findet sich die Bezeichnung Ceremonial Grade.
Sie wird im internationalen Handel häufig für Matcha verwendet, der zum puren Trinken mit Wasser vorgesehen ist. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine einheitlich staatlich definierte japanische Qualitätsstufe.
Deshalb ist es sinnvoll, neben der Bezeichnung auch auf die Herkunft, die Verarbeitung und vor allem auf das Geschmacksprofil zu achten.
Ein guter Matcha muss nicht durch besonders kräftige Bitterkeit beeindrucken. Für den puren Genuss ist häufig gerade die Ausgewogenheit entscheidend.
Uji Matcha als bewusster Moment im Alltag
Die historische Teezeremonie zeigt, dass Matcha in Japan seit Langem mehr ist als ein Getränk, das möglichst schnell zubereitet wird.
Auch im modernen Alltag lässt sich etwas von diesem Gedanken bewahren – ohne eine traditionelle Zeremonie nachbilden zu müssen.
Für eine einfache Zubereitung genügen eine Schale, Wasser und ein Bambusbesen.
So bereitest du eine Schale Matcha zu:
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Gib 1–2 g Matcha in eine Schale.
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Füge 70–80 ml Wasser mit einer Temperatur von 70–80 °C hinzu.
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Schlage den Matcha mit einem Bambusbesen gleichmässig auf, bis eine feine Schaumschicht entsteht.
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Nimm dir einen Moment, um Aroma und Geschmack bewusst wahrzunehmen.
Einige Minuten reichen aus, um aus einer alltäglichen Gewohnheit ein kleines Ritual zu machen.
Unser Ceremonial Grade Matcha aus Uji, Kyoto
Bei STEEP STATE TEA haben wir uns für einen Ceremonial Grade Matcha aus Uji, Kyoto entschieden.
Sein Charakter ist cremig, mild und ausgewogen. Sanftes Umami, eine feine grüne Tiefe und ein klarer Abgang machen ihn zu einer angenehmen Wahl für die Zubereitung mit Wasser.
Er lässt sich auch mit Milch geniessen, doch gerade pur zeigt sich seine geschmackliche Balance besonders deutlich.
Für uns verbindet dieser Matcha zwei Dinge: die traditionsreiche Teekultur seiner Herkunft und die Möglichkeit, im modernen Alltag einen bewussten Moment zu schaffen.
Ceremonial Grade Matcha aus Uji entdecken
STEEP STATE TEA · Energy · Balance · Ritual